
Julia Behnke: Wir sind bereit für den Start der EM
Mit nun 118 Länderspielen ist die Kreisläuferin die dritterfahrenste Spielerin im deutschen Kader für die EHF EURO – und freut sich nach dem Testspielsieg über Österreich auf den Wettkampfmodus
Das 28:26 gegen Österreich im finalen EM-Test am Sonntag war das 118. Länderspiel für Julia Behnke. Im aktuellen DHB-Kader für die EHF EURO haben nur Xenia Smits (130) und Emily Bölk (125) mehr internationale Einsätze als die Kreisläuferin der TuS Metzingen. Diese Erfahrung will Behnke nun in die seit Olympia verjüngte deutsche Mannschaft einbringen: „Als ich neu im Nationalteam war, hat mich Anja Althaus an die Hand genommen. Nun versuche ich die jungen Spielerinnen auf meiner Position, Jolina Huhnstock und Marie Steffen, zu führen, gerade, was taktische Dinge betrifft. Aber ich denke, es ist für diese jungen Spielerinnen einfach, sich in unser Team zu integrieren. Wir sind sehr offen, sie sind sehr selbstbewusst.“
Behnke ist die einzige Spielerin im aktuellen Kader, die noch mit der neuen Nationalmannschaftsmanagerin Anja Althaus gemeinsam auf dem Feld stand, vor elf Jahren feierte sie ihr Debüt im DHB-Team. „Ich habe mich total gefreut, dass Anja jetzt wieder dabei ist. Mit ihrer offenen Art wird sie der Mannschaft guttun. Zudem weiß sie alles über die Abläufe rund um das Nationalteam. Sie spielte bei den besten Klubs der Welt und wird uns sicher viel helfen können.“
Nachdem Behnke im Sommer ihre ersten Olympischen Spiele – „das absolute Highlight meiner bisherigen Karriere“ – absolvierte und mit der DHB-Auswahl ins Viertelfinale einzog, hofft sie nun auf eine erfolgreiche EM: „Wir haben bei Olympia manchmal die Konstanz vermissen lassen, daran wollen wir nun in der letzten Trainingswoche noch arbeiten.“
Ein erster Schritt sei der 28:26-Sieg gegen Österreich gewesen, auch wenn da ebenfalls noch nicht alles rund lief für die deutsche Mannschaft: „Wir wollten diese zwei Punkte, die haben wir geholt. Dennoch müssen wir schauen, was wir noch besser machen können. Aber ich denke, wir sind bereit für den Start der EM“, sagte Behnke nach der Partie im EM-Spielort Innsbruck, in der sie ohne Treffer blieb. Ihr Fazit: „Wir waren richtig gut ins Spiel gestartet, haben die Abwehr so gestellt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Allerdings ist uns der Start in die zweite Halbzeit nicht gelungen. Da muss sich jede überlegen, was sie besser machen kann. Wenn wir uns zehn solche Minuten gegen eine Topnation leisten, ist das zu viel. Da hätten wir dann wir im schlechtesten Fall ein Spiel hergeschenkt.“
Insgesamt ist die Kreisläuferin mit dem Lehrgang in Garching zufrieden: „Wir hatten eine sehr gute Trainingswoche mit sehr hoher Qualität in den Handballeinheiten und haben das Krafttraining gut nutzen können. Nach dem Sieg gegen Österreich freuen wir uns alle, wenn es endlich losgeht.“ Am Freitag (20.30 Uhr/Sportdeutschland.TV) sollen gegen die Ukraine die ersten EM-Punkte her, ehe am Sonntag (18 Uhr) voraussichtlich das Schlüsselduell um den Gruppensieg gegen Ex-Weltmeister Niederlande wartet. Der dritte Vorrundengegner in Innsbruck ist Island (3. Dezember/20.30 Uhr). Die besten zwei Teams erreichen die Hauptrunde und nehmen die Punkte gegen das ebenfalls qualifizierte Team mit.
„Die Ukraine kennen wir aus der EM-Qualifikation. Da sind wir klarer Favorit, auch wenn wir den Gegner nicht unterschätzen dürfen. Island hat bei der vergangenen WM einige gute Resultate erzielt, dennoch sind wir auch in diesem Spiel der Favorit. Die Niederlande kennen wir sehr gut, haben sie im Oktober in Norwegen geschlagen. Das wird ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir im Idealfall zwei wichtige Punkte für die Hauptrunde gewinnen“, schätzt Behnke die Vorrundengegner ein. Gegen die Niederlande erwartet sie keine Überraschungen auf beiden Seiten: „Wir haben so oft gegen sie gespielt, zudem kennen sich die Spielerinnen aus der Bundesliga.“
Nach den Spielen im Oktober – Sieg gegen die Niederlande, Niederlagen gegen Norwegen und Dänemark – freut sich Behnke, dass die Zeitspanne bis zur direkten EM-Vorbereitung sehr kurz war: „Es gab keine lange Pause, deswegen konnten wir in Garching auch da weitermachen, wo wir im Oktober aufgehört hatten. Wir wissen jetzt, wo wir stehen und woran wir bis Freitag noch arbeiten müssen. Wir können nach dem Training in den Wettkampfmodus schalten – und ich denke, da freut sich jede drauf. Und da wir relativ nahe vor der Haustür spielen, hoffe ich in Innsbruck auch auf einige Unterstützung von den Rängen.“
Foto: Marco Wolf
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